Ursula K. LeGuin – The Lathe of Heaven

Auf meiner Reise durch die Science Fiction Masterworks sind mir schon ein paar großartige Bücher in die Hände gefallen. Und es zeigt sich wieder klar und deutlich, dass ein Buch keine 800 Seiten lang sein muss, um eine gute Idee gut umzusetzen. Ursula K. LeGuin kenne ich sonst nur vom Erdsee-Zyklus (noch ungelesen *schäm*) und mit diesen nicht mal 200 Seiten hat sie meine Neugierde erst so richtig geweckt.

Deutscher Titel: Die Geißel des Himmels
Erschienen: 1971
Seiten: 192 (233)
Übersetzt von: Joachim Körber
Erschienen bei: Avon Books (Edition Phantasia)

Meine Bewertung: 7/10

Erster Satz: Current-borne, wave-flung, tugged hugely by the whole might of ocean, the jellyfish drifts in the tidal abyss.

George Orr lebt im Jahr 2002, die Welt ist maßlos überbevölkert, die Luftverschmutzung hat das Klima verändert, und Krieg und Hungersnot steht auf der Tagesordnung. Doch George Orr hat andere Probleme. Er wird Zur Zwangstherapie geschickt, weil er Medikamente missbraucht hat. Denn er hat Angst vor dem Träumen und versucht es durch Tabletten zu unterdrücken. Dass Orrs Träume die Fähigkeit haben, die Welt rückwirkend zu verändern, entdeckt sein Arzt, Dr. Haber, sehr schnell. Und wenn man einen Menschen vor sich hat, der mit seinen Träumen die Welt verbessern könnte, wer würde da nicht in Versuchung geraten…

Obwohl der Erdsee-Zyklus schon seit Jahren subbt, ist dies mein erstes Buch von Ursula K. Le Guin. Und diese Grande Dame der Science Fiction hat mich schwer beeindruckt. Auf nicht einmal 200 Seiten erzählt sie eine überaus spannende Geschichte, die zum Nachdenken anregt und trotz ihres Erscheinungsdatums 1971, abgesehen von ein paar Themen, noch immer aktuell wirkt. Denn Träume sind allen Menschen bekannt und wir können uns ihnen ebenso wenig entziehen wie George Orr.

Doch hier spielt noch ein anderes Element eine Rolle – nämlich die Fähigkeit, Gott zu spielen und was verschiedene Menschen damit anfangen. Die Ideen und Gedankengänge der Charaktere fand ich faszinierend zu verfolgen und ich an Georges oder auch Dr. Habers Stelle wüsste auch nicht wirklich, was mit so einer Gabe tun würde. Wer hätte nicht gerne eine durch und durch friedliche Erde ohne Rassenhass und Ungleichheit? Und wenn sich der Herr Doktor durch Georges Träume auch noch ein schönes Eckbüro erträumt, wer kann es ihm schon verübeln?

Die Handvoll Charaktere in The Lathe of Heaven wirken alle realistisch. Am echtesten erschien mir Dr. Haber, obwohl auch George in seiner Durchschnittlichkeit erstaunlich dreidimensional rüberkommt. Für eine detaillierte Entwicklung von Heather blieb kaum Zeit, sie diente eher zur Anschauung der Konsequenzen von Georges und Dr. Habers Taten. Ich mochte sie nicht unbedingt immer gleich gerne, aber in gewissen Szenen ist sie mir sehr schnell ans Herz gewachsen.
Mir hat diese Lektüre großen Spaß gemacht und obwohl Le Guin hier hauptsächlich über abstrakte Themen spricht, erzählt sich auch eine spannende Geschichte mit einem gut gebauten Spannungsbogen.  Das Ende hat meiner Meinung nach dann noch perfekt gepasst – es hätte kein anderes geben dürfen.

PRO: Flüssig und spannend zu lesen. Gute Dialoge zwischen glaubhaften Charakteren.
CON: Vorsicht: Könnte zu selbstständigem Denken verleiten!
FAZIT: Auch für (Noch-)Neulinge der Science Fiction sehr zugängliches, kurzes Buch, das zeitlose Themen bespricht.

BEWERTUNG: 7/10

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