Monatsrückblick: März 2012

Ein Lesemonat ist vergangen und es ist an der Zeit für mich, Listen zu schreiben (ein bisschen OCD steckt doch in uns allen, oder?) und Schlüsse zu ziehen. Rückblickend fühlt sich der März wie ein sehr guter Lesemonat an. Auch was Genres betrifft, habe ich mich nicht nur in meinem “Heimatgenre” Fantasy aufgehalten, sondern mich in etwas neuere Gefilde gewagt. Neben einem unglaublichen Flop gab es fast nur gute bis sehr gute Bewertungen.

Gelesene Bücher: 10

Gelesene Seiten: ~ 2910

Best of March 2012:

9,5/10    Genevieve Valentine – Mechanique

Mein absolutes Highlight diesen Monat (vermutlich dieses Jahres). Eine gekonnt erzählte, seltsame Geschichte mit Charakteren, die einem unter die Haut gehen und einer Sprache, die verzaubert.

9/10   Julian Barnes – The Sense of an Ending

Ebenfalls ein sprachlich ausgezeichnetes Buch über die Erinnerung und wie uns diese trügen kann. Wie Geister, die wir längst tot geglaubt haben, uns auch im Alter noch einholen können. Zurecht mit dem Booker Prize ausgezeichnet.

8/10  Frank Herbert – Dune Messiah (Dune 2)

Ein großer Sprung von Dune zu Dune Messiah hat Frank Herberts Schreibstil lesbarer und dieses Buch zu einem spannenden, wenn auch handlungsarmen Roman gemacht. In die Köpfe sämtlicher Charaktere sehen zu können, während diese Intrigen über Intrigen schmieden, hat mir großen Spaß gemacht, trotz des melancholischen Tons.

8/10   Veronica Roth – Divergent

So müssen Jugendbücher sein! Spannend auf jeder Seite, mit glaubhaften Charakteren, die man lieb gewinnen kann, viel Action und einer netten Idee. Diese ist zwar sehr unausgereift, aber Divergent ist ja auch erst Teil 1 einer (geplanten) Trilogie.

Worst of March 2012:

1/10  Ally Condie – Matched

Obwohl ich nach etwa 3/4 des Buches abgebrochen habe, ist mir schade um die verschwendete Lesezeit. Sprachlich sowie inhaltlich eine Katastrophe. Eine ach-so-perfekte-Heldin, die nicht weiß, in wen sie sich verlieben soll. Mir war’s egal – für mich war kein einziger Charakter auch nur annähernd interessant. Handlung ist kaum vorhanden, die angeblich so gefährliche Gesellschaft kommt eher handzahm rüber und der langweilige Schreibstil hat dem Buch für mich den Todesstoß verpasst. Nein danke. Ally Condie kommt auf die No-Go-Liste.

3/10 Jo Walton – Among Others

Tagebuch von Morwenna, die ungewollt aufs Internat geht, keine Freunde findet und massenhaft Science Fiction Bücher liest. Ach ja, und Elfen sieht. Hochgelobtes Werk, das für den Nebula nominiert ist (Ich heule, wenn Mechanique den Preis nicht abräumt!) und für den Mix aus Coming of Age Geschichte und Magie reihenweise gute Rezensionen absahnt. Mich hat das Buch auf ganzer Linie enttäuscht. Die “Magie” ist kaum vorhanden und zudem völlig unausgegoren und unglaubhaft (wir sprechen ja von Fantasy-Literatur), die Protagonistin ist mir zu depressiv. Aber ich habe der Lektüre viele gute Buchtipps zu verdanken. Nur: Andere Autoren aufzuzählen, die besser schreiben als man selbst, macht einen Roman auch nicht gut.

…und der Rest:

7,5/10      Connie Willis – Bellwether

Mein erster Connie Willis Roman und erfreulich heiter. Der Wahnsinn der Bürokratie vermischt sich geschickt mit der Suche nach dem Grund für Modetrends. Liebenswerte Charaktere – sogar die, die einem die Nerven rauben – und eine sehr subtile Liebesgeschichte.

7/10   Ursula K. Le Guin – The Lathe of Heaven

Ein Mann, dessen Träume die Realität rückwirkend verändern wendet sich Hilfe suchend an einen Therapeuten. Dieser erkennt die Macht, die in diesem Patienten steckt und beginnt schon bald sie auszunutzen. Tolles und sehr dünnes Buch über die Korruption und die Bürde von Macht und darüber was passiert, wenn Träume wahr werden.

5,5/10  Gail Carriger – Heartless (The Parasol Protectorate 4)

Alexia ist zurück. Und zwar in Begleitung! Altbekannter Humor und eine schwangere Alexia sorgen für nette Lesestunden. Leider bringt Gail Carriger uns kaum Neues, wärmt stattdessen Ideen auf, die wir schon aus den Vorgängern kennen. Das Ende jedoch verspricht einen krönenden Abschluss der Parasol Protectorate Reihe mit  Timeless (schon auf dem SUB).

4,5/10    Samuel R. Delany – Babel-17

Science Fiction Roman über eine Autorin und Sprachkünstlerin, die versucht, einen geheimen Code für die Regierung zu entschlüssen und dabei auf weit mehr stößt als erwartet. Schöne Gedankengänge über die Kraft der Sprache, teilweise ziemlich wirr und seltsam stockend in der Handlung.

Angelesen:

Walter Moers – Die Stadt der träumenden Bücher

Ursula K. Le Guin – A Wizard of Earthsea

Robert A. Heinlein – Stranger in a Strange Land

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s